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Reisebericht 2017

Im Februar waren meine Frau und ich in Kambodscha. Seit wir vor 20 Jahren unsere Hilfstätigkeit aufnahmen, hat sich das Land stark verändert.

Phnom Penh vor 20 Jahren und heute

Neue Regierungspaläste und spektakuläre Hochhäuser vermitteln das Bild eines Wirtschaftsbooms. Während früher fast alle Strassen naturbelassen (in der Trockenzeit staubig und bei Regen sumpfig) waren, sind heute fast alle grösseren Strassen geteert. Die wichtigsten Verkehrswege wurden zu grünbesäumten Boulevards aufgemöbelt.

Vor zwanzig Jahren waren die Leute zu Fuss, auf Velos oder Kleinmotorrädern unterwegs. Heute prägen immer mehr Autos das Strassenbild. Die wenigen öffentlichen Busse verkehren nur zufällig, denn in der Stadt herrscht ein unglaubliches Verkehrschaos. Zu den Stosszeiten ist an ein Fortkommen kaum zu denken. Viele Passanten tragen vor Mund und Nase eine Maske, um sich vor dem Smog zu schützen.

Einige Leute sind mit Handel oder mit dem Verkauf von Grundstücken reich geworden. Inmitten von Slums bauen sie neue Häuser, die sie mit hohen Mauern und Stacheldraht umgeben. Auf den Strassen verkehren mehr teure Offroader als in der Schweiz.

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Der häufigste Absenzengrund der Schüler aus dem Sponsoring-Programm sind Infektionskrankheiten. Dies ist kein Wunder bei der Umgebung, in der die Kinder wohnen und spielen. Abfall und stehendes Wasser sind Brutstätten für krankmachende Keime. Viele arme Familien haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sind froh um einen Wasserfilter.

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Entlang von Strassen am Stadtrand von Phnom Penh finden sich immer wieder improvisierte Siedlungen. Sie wurden von obdachlosen Familien errichtet und existieren oft nur für kurze Zeit. Dann erscheint das Militär und vertreibt die ungebetenen Bewohner. Zahlreiche Kinder in diesem Dorf siund im Schul-Sponsoring-Programm von HOPE FOR ALL.

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Diese Familie (9 Leute leben in einem einzigen Raum) nimmt eine karge Mahlzeit ein. Der Mutter rechts im Bild wurden 1‘000 Dollars für ihr neu geborenes Kind angeboten. In Kambodscha blüht der Handel mit Kindern.

arm und arbeitslos

Abseits des vermeintlichen Wohlstands treffen wir bei unseren Besuchen auf grenzenlose Armut und Hunger. Es gibt keine Altersvorsorge und keine Krankenkassen. Die staatlichen Spitäler und Polikliniken sind besser geworden und kostenlos, doch niemand wird behandelt, der den Angestellten kein Trinkgeld zusteckt.

20-30% der erwachsenen Kambodschaner können nicht lesen und noch mehr haben keine regelmässige Arbeit. Gelegenheits- Jobs werden mit ca. 4 US-Dollars pro Tag entlöhnt.

Besser geht es den Näherinnen in den Kleiderfabriken. Sie arbeiten sechs Tage pro Woche und bringen am Monatsende 140 Dollars nach Hause. Die Saläre von Lehrpersonen oder Polizisten sind nur wenig höher. Eine Familie mit Kindern benötigt für Nahrung und eine armselige Wohnmöglichkeit mindestens 350 Dollars pro Monat.

Manche Familien erwirtschaften zuhause einen bescheidenen Verdienst. Im „HIV-Dorf“ trafen wir auf eine Gruppe von Frauen, die ballenweise alte und defekte Wäschestücke erwerben, flicken und wieder verkaufen.

An einem anderen Ort erhält eine Frau von einer Kleiderfabrik Jeans-Hosen zugeschickt, bei denen sie die überstehenden Fäden abschneiden muss. Sie schafft pro Tag 100 Stück und erhält für diese Arbeit 1½ Dollars.

Fortbildung für begabte Schüler

Das Schul-Sponsoring-Programm von HOPE FOR ALL ermöglicht 80 Kindern aus ärmsten Verhältnissen nicht nur den Besuch der obligatorischen Schule. Nach Ende ihrer Schulzeit werden begabte Jugendliche weiter gefördert. HOPE FOR ALL übernimmt Kosten für Fortbildungs-Schulen, für Lehrstellen und vermittelt Stipendien.

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Jugendliche aus dem Sponsoring-Programm besuchen die Don Bosco Technical School.
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D. und L. Thürig beim Besuch einer Schule, die Mädchen für Büroberufe ausbildet.

 

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