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Reisebericht 2013

Reger Betrieb in der Clinic

Im vergangenen Jahr wurde die ärztliche Sprechstunde an der HOPE FOR ALL Clinic von 6'900 Patienten aufgesucht. 99% von ihnen kamen aus ärmsten Verhältnissen und wurden kostenlos behandelt.

Die zahnärztliche Abteilung verzeichnete 10'700 Konsultationen. 85% der Patienten hatten für ihre Behandlung keinen oder nur einen symbolisch geringen Beitrag zu zahlen. Besser gestellte Patienten entrichteten ein angemessenes Honorar und trugen damit an die Betriebskosten der Clinic bei.

Eine zahnärztliche Konsultation kommt der Clinic auf durchschnittlich 6 USD zu stehen. Dies ist ein hervorragender Wert angesichts der Tatsache, dass sich die Einrichtung der Behandlungsplätze und die Qualität der Behandlungen mit westlichen Standards vergleichen lassen.

Ende 2012 wurde von unseren Zahnärzten ein digitales Panorama-Röntgengerät in Betrieb genommen. Diese hochmoderne Einrichtung ist die erste im ganzen Land und steht auch auswärtigen Zahnärzten zur Verfügung. Sie wird der Clinic zu zusätzlichen Einnahmen verhelfen.

Die Clinic bildet weitere Zahnärzte aus

Zwei Zahnarzt-Studenten, die ihre praktische Ausbildung an der Clinic absolvierten, haben ihr Studium mit Auszeichnung abgeschlossen und den Doktorgrad erworben. Beide Zahnärzte arbeiten jetzt in der Clinic.

Anfangs 2012 haben drei weitere junge Menschen aus armen Verhältnissen, eine Frau und zwei Männer, ebenfalls das Zahnarzt-Studium aufgenommen. Sie besuchen die staatliche Universität und erlernen ihre praktischen Fertigkeiten an der Clinic. Ein Schweizer Unternehmen richtet ihnen Stipendien aus.

Unterstützung von fremden Projekten

Die finanziellen Mittel des Vereins haben es im vergangenen Jahr erlaubt, auch Projekte von anderen Hilfswerken zu unterstützen, sofern diese effizient arbeiten und ausschliesslich bedürftigen Menschen in Kambodscha dienen. Wir haben verschiedene Projekte vor Ort eingehend geprüft und zwei Unternehmen ausgewählt:

Fachmännisch ausgebildete Handwerker sind in Kambodscha sehr gesucht, aber kaum zu finden. Es gibt in dem Land keine staatlichen Gewerbeschulen. Die Don Bosco Technical School in Phnom Penh füllt diese Lücke aus. In zweijährigen anspruchsvollen Lehrgängen werden jedes Jahr 250 Männer und Frauen zu Mechanikern, Automechanikern, Druckern, Elektrotechnikern oder Computerspezialisten ausgebildet. Wir haben diese Schule besucht und waren sehr beeindruckt.

Atithan ist ein Hilfswerk, das von einem Kambodscha-Schweizer gegründet wurde und geleitet wird. Atithan betreibt in ländlichen Gegenden ein Waisenhaus, ein Näh-Atelier und eine grosse Mango-Plantage, die bald einmal selbsttragend sein wird. HOPE FOR ALL hat Atithan beim Ausbau einer Gummibaum-Plantage unterstützt.

Das Sponsoring Programm von HOPE FOR ALL

Die Lebensumstände der Menschen hängen wesentlich von ihrer Bildung ab. Gemäss einer aktuellen Untersuchung können mehr als 30% der Kambodschaner weder lesen noch schreiben.

Die Regierung betreibt landesweit kostenlose Schulen, doch die Lehrer verlangen von ihren Schülern ein Aufbesserung ihres bescheidenen Lohnes. Arme Familien können sich solche "Schulgelder" nicht leisten. So kommt es, dass viele Kinder auf der Strasse herumhängen oder einer bezahlten Arbeit nachgehen.

Das Sponsoring-Programm von HOPE FOR ALL ermöglicht gegen 80 dieser Kinder den Schulbesuch. Unser Mitarbeiter besucht sie jeden Monat zuhause. Er kontrolliert ihren regelmässigen Schulbesuch und prüft ihre Fortschritte. Dann zahlt er an die Eltern oder Erzieher (nicht wenige Kinder sind Waisen oder Halbwaisen) pro Schulkind 20 US-Dollars. Dieser Betrag reicht für das "Schulgeld" und die obligatorische Schulkleidung. Wenn Kinder ohne Grund der Schule ferngeblieben sind, wird der Unterstützungsbeitrag gekürzt oder im Wiederholungsfall endgültig gestrichen.

Ein schockierender Vorfall

Der Vater eines 8-jährigen Knaben aus dem Sponsoring-Programm arbeitet als Fahrer eines Motorrad-Taxis. Er war mit seiner Frau und seinen beiden Kindern unterwegs, als sein Gefährt von einem Lastwagen angefahren wurde. Die Eltern wurden schwer verletzt und ihr 5 Monate altes Baby starb noch auf der Unfallstelle. Nur der ältere Knabe kam fast unversehrt davon.

Als der Fahrer des schweren Lastwagens sah, was er angerichtet hatte, reagierte er auf unglaubliche Weise: Er setzte sein Fahrzeug zurück und versuchte die verletzten Leute ein zweites Mal zu überfahren. In Kambodscha kommt der Verursacher eines Unfalls billiger davon, wenn die Opfer tot sind als wenn er für Spitalkosten und eine Abfindung aufkommen muss.

Zum Glück waren Passanten zur Stelle, die den Fahrer festhielten und der Polizei übergaben. Die verletzten Eltern wurden in ein Spital gebracht. Pastor Thavy, der Leiter des Sponsoring-Programms, hat sie immer wieder besucht. Er zahlte an die Spitalärzte und das Pflegepersonal das übliche Schmiergeld, um für die Opfer eine korrekte Behandlung und eine ausreichende Verpflegung zu sichern. Später musste Thavy immer wieder auf der Polizeistation vorsprechen und dafür kämpfen, dass ein Betrag von 4'500 US-Dollars, die der Lastwagenbesitzer als Abfindung an die Unfallopfer bezahlen musste, nur teilweise und nicht vollständig in den Taschen der Beamten verschwand.

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